Wacken 2019


Hallo ihr Lieben,
wie versprochen habe ich heute einen Bericht vom Wacken Open Air 2019 (kurz W:O:A) für Euch. Gleichzeitig ist das mein erster Beitrag in der Kategorie „Zwischen Blaulicht und Handschellen“. Ich muss ganz kurz dazu sagen, dass ich bisher noch nichts in dieser Kategorie geschrieben habe, da es schwer ist zu filtern, was ich so erzählen darf und was nicht. Deshalb erkläre ich erst einmal ganz grundsätzlich meine Aufgabe.
 
Seit Oktober 2018 bin ich in der 1. Einsatzhundertschaft Schleswig-Holstein, genauer im Technischen Zug. Es ist unsere Aufgabe sich für Einsätze bereit zu halten und Großeinsätze wahrzunehmen. Wir fahren zu Fußballspielen, Demonstrationen oder Großveranstaltungen. Letzten Monat, zum Beispiel, lief ich noch auf der Travemünder Woche Streife.  Allerdings haben wir auch noch ganz andere Aufgaben. So unterstützt der Technische Zug auch die Kriminalpolizei bei der Suche von Brandursachen. Ihr seht also: wir sind vielseitig. Deshalb haben wir allerdings auch immer gut zu tun. Nun gut, aber jetzt wollt ihr bestimmt endlich was von Wacken hören! 🙂
 
Am Dienstag ging es für mich zum ersten Mal dienstlich zum Heavy-Metal- Fetsival. Das W:O:A besteht seit 1990 und fing ursprünglich mit ca. 800 Besuchern an. Mittlerweile tummeln sich seit etwa 10 Jahren jährlich rund 75.000 zahlende Metalheads auf dem Gelände bei Itzehoe. Natürlich möchte jeder Besucher soweit wie möglich vorn am „Infield“, dem Ort, wo die Konzerte stattfinden, stehen und campen. Deshalb waren am Dienstag, als wir ankamen, bereits einige Campingflächen bereits besetzt. Zunächst ging es aber für uns in die Unterkunft. Nach dem Betten beziehen und Sachen auspacken, bestiegen wir wieder die Mannschaftswagen und dann fuhren wir das erste Mal aufs Gelände.
 
Zu Beginn machten wir uns erstmal mit dem Camp vertraut. Mehrere Container standen zur Anzeigenaufnahme bereit. Da das Gelände für Fußstreifen zu groß ist, mussten auch unsere fahrbaren Untersätze für die Woche überprüft werden. Als das alles klar war, kam auch schon der erste Einsatz. Den fuhr ich allerdings nicht mit, da ich erst nach Rückkehr meiner Kollegen eine Einweisung für ein Quad bekam. Aber danach ging es endlich raus. Es war alles ruhig und so hatte ich genügend Zeit mich mit dem Quad vertraut zu machen.
 
Auch den Rest der Woche blieb es halbwegs ruhig. Immer wieder zeigten uns die Metalheads, dass sie ein friedliches und freundliches Volk sind. Ich weiß nicht, wie oft ich gefragt wurde, ob ich ein Foto mit jemandem machen würde oder eine Person auf dem Quad mitnehmen könnte. Wir wurden mit La-Olas begrüßt oder per High-Five abgeklatscht. Unsere Hauptaufgabe war eigentlich Präsenz zu zeigen. Aber mal ehrlich: es ist hundertmal angenehmer zum tausendsten Mal den Weg in Richtung des gewünschten Campingplatzes zu weisen, als streitende Menschen zu trennen. Und so war es einfach super angenehm sich mit den Leuten zu unterhalten und freundliche Gespräche zu führen.
 
So verbrachte ich die gesamte Woche entspannt auf dem Quad. Die wenigen Einsätze waren ruhig. Das einzige, was uns jedes Jahr beschäftigt, sind die Taschendiebe, welche sich von großen Mengen stets angezogen fühlen. Auch gab es jeden Tag einen großen Andrang am „Lost and Found“- Container. Zum Glück konnten einige Metalheads ihre verlorenen Dinge wieder bekommen.
 
Ein Highlight für mich war allerdings jeder einzelne, der sich bei uns für unsere Arbeit bedankte und sich über uns gefreut hat. So viel Herzlichkeit und Freundlichkeit sind wir, gerade in der Hundertschaft, nicht gewohnt. Oftmals sind wir doch eher der Prügelknabe stellvertretend für die Fehler der Politiker und des Systems. Bei all der Feindseligkeit, die uns zeitweise entgegenschlägt, wirkt so ein Einsatz wie Balsam für die Seele. Wir sind eben nicht nur die Prügeltruppe, sondern auch Menschen, die einen herzlichen und respektvollen Umgang schätzen. Und genau deshalb freue ich jetzt schon auf nächstes Jahr Wacken!
 
Eure
Die Rechte der Bilder liegen bei mir. 🙂

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